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Donnerstag, 21. Juni 2018

Kreativ mit Farbe

Geraldine von Cherry's World byGeraldine hat vor ein paar Wochen die Aktion "Kreativ mit Farbe" ausgerufen. Und ich durfte dabei sein! Bekommen habe ich gleich vier Schablonen und vier Sprühfarben aus dem Hause Marabu:
Das Besondere an den Schablonen: es sind Negativ-Schablonen, es wird also nicht das Motiv bunt sondern das Drumherum. Dadurch gibt es auch keinen Rand. Nach einigem Überlegen habe ich beschlossen, meine aktuelle Leidenschaft, die Fauxdoris aus alten Buchrücken, und die Schablonen miteinander zu verbinden.
Erst hatte ich leichte Bedenken, dass die Schablonen beim Sprühen "abhauen" würde, und habe daher schon meinen Haftsprühkleber (ja, ich bin gut ausgerüstet ggg) mitgenommen in den Garten, wo meine Tochter und ich sprühen wollten. Aber den haben wir gar nicht gebraucht - trotz Wind!
Beim Entfernen der Schablonen habe ich mir teilweise etwas schwer getan, daher ist auch die Eule nicht ganz sauber geraten.  Und die Rückseite vom "Carpe Diem", wo ich nur das Muster sprühen wollte, ist etwas verschwommen, da habe ich zu wenig senkrecht darauf gesprüht sondern zu sehr von der Seite.
Was mich noch sehr erstaunt hat: Gerade die Buchdeckel mit dem "Carpe Diem" waren ja schon vorher recht dunkel, und trotzdem kommt das Motiv super heraus - ich habe dazu das dunkle Grün genommen.
Was mich dann allerdings noch mehr erstaunt hat: Nachdem ich die Deckel im Backofen fixiert hatte (also die Farbe darauf - 8 min bei 150°C), wollte ich sie zu Fauxdoris verarbeiten. Aber aus irgendeinem Grund hat es diesmal nicht funktioniert, die Rücken wollten einfach nicht halten - bei drei von den Buchdeckeln... Keine Ahnung, warum.
Der vierte hat allerdings funktioniert. Und dann hatte ich gestern die Idee, auch ein passendes Pocket dazu zumachen. Und gleich noch eines.
Und dann noch einmal auf Jeans. Außen hat das gut funktioniert, aber die Fächer innen waren teilweise doch zu dunkel. Also musste ich in meine Farbenschachtel greifen und habe die Konturen mit einem Stoffmalstift für dunkle Farben nachgezogen. 
So, und zu guter Letzt zeige ich euch noch meine neue "Feel-good"-Unterhose:
Auch dazu habe ich in meine Farbschachtel gegriffen und die Farben, die ich von Geraldine bekommen habe, ergänzt, um auf einen ganzen Regenbogen zu kommen. Schade, dass ich keinen weißen Bade-Lycra habe - das würde sich als Bikini sicher gut machen ;-)

Zum Schluss noch ein Fazit:
 Zuerst war ich etwas skeptisch: Die Schablonen sind ja Negative. Das heißt, das Motiv hat dann die Farbe des Untergrundes, die Farbe ist rundherum.
Das hat Vor- und Nachteile:
Anders als bei "herkömmlichen" Schablonen, wo das Motiv mit Farbe "gefüllt" wird, haben Negativ-Schablonen keinen Rand/Rahmen. Das ist gut, weil man sie leicht überall platzieren kann. Das ist gut bei kleineren Objekten.
Bei größeren, also z.B. T-Shirts, muss man sich überlegen, wo man die Farbe haben möchte - so zumindest meine Sicht.
Was man aber auch gut machen kann: Zuerst mit einer dunklen Farbe das Negativ-Motiv sprühen und dann mit einer helleren noch einmal ohne Schablone leicht darüber sprühen - dann ist auch das Motiv farbig - so habe ich das z.B: bei der Eule am Fauxdori-Pocket gemacht.
Beim Abheben habe ich beim zweiten Mal die Schablone mit einer Pinzette gehalten und mit noch einer abgehoben. Und vorher ganz leicht abgetupft - da muss man aber vorsichtig sein, dass man nur die Farbe auf der Schablone erwischt.
Und noch ein Fazit: Das Fixieren im Backofen stinkt zwar (hinterher gut lüften!), ist aber wesentlich einfacher und vor allem auch zeitsparender als Bügeln.

Liebe Geraldine, vielen lieben Dank für diese Aktion! Du hast mich daran erinnert, wie lustig und spannend es sein kann, Dinge auszuprobieren!

**Das ist keine bezahlte Werbung. Die Schablonen und Farben habe ich im Rahmen der Aktion "Kreativ mit Farbe" von Geraldine von Cherry's World by Geraldine bekommen. Alles, was ich in dem Posting geschrieben habe, ist meine eigene Meinung.**

verlinkt bei: Sew La La, WoF - Woman on Fire, Du für Dich am Donnerstag, Create in Austria

Dienstag, 19. Juni 2018

Bikini-Wickel-Oberteil - Tutorial

Letzte Woche habe ich euch hier ja meinen eineinhalbfachen Bikini gezeigt, mit zwei verschiedenen Oberteilen. Für den Oberteil aus dem Barrett-BH-Schnitt von Madalynne gibt es ja bei Melly Sews das Video-Tutorial.
Ich habe beim Nähen von den Oberteilen mitfotografiert und möchte euch hier erst einmal zeigen, wie ich den Wickel-Bikini gemacht habe:

Ihr benötigt dafür:
  • Das kostenlose Schnittmuster für den Sierra-BH von Madalynne
  •  zusätzliche Schnittteile: 
    • für die zwei Träger je 3,5 x 45 cm; 
    • für die Einfassung unten 4 cm hoch und die Gesamtlänge der Unterkante minus ca. 7 cm
  • Badelycra für außen
  • Entweder Badefutter oder noch einmal Badelycra für innen
  • Badegummi oder Framilon/Framilastic
  • Bikini-Verschluss
  • ev. eine Einlage, ich habe Schaumstoff-Laminat von hier verwendet, weil ich es zuhause hatte - für Tipps bin ich aber sehr dankbar!
  • Nadel: verwendet eine Stretch-Nadel! Also auch keine Jersey-Nadel - außer, ihr könnt mit ausgelassenen Stichen leben ;-)
Im Schnitt sind 0,6 cm Nahtzugabe enthalten - bei meiner Nähmaschine muss ich dafür die Nadel zwei Rasten nach rechts stellen, dann passt es, wenn ich den Stoff an der Füßchenkante entlang laufen lasse.

Im Schnittmuster ist der hintere Teil breiter  - ich habe ihn aber in der hinteren Mitte verjüngt, das gefällt mir besser. Und den langen Zipfel habe ich hinten auch etwas verjüngt (auf ca. 1,5 cm) und verlängert.
Hier die Schnitt-Veränderungen, die ich vorgenommen habe (weiß das Original, braun mein veränderter Schnitt):
Zuerst werden alle Außenstoff-Teile und dann alle Innenstoff-Teile zusammengenäht - ich habe dafür den dreifachen Geradstich der Nähmaschine verwendet, mit der Overlock geht das natürlich auch.

Die zwei fertigen Teile werden jetzt rechts auf rechts bündig aneinander gesteckt/geklammert und die Oberkanten mit großer Nahtzugabe heften (ich habe hier irgendwas zw. 1 und 1,5 cm genommen, ist nicht heikel, sollte nur weit genug von der im Schnitt enthaltenen Nahtzugabe von 0,6 cm entfernt sein).
Wer will, kann diesen Schritt natürlich auch auslassen und direkt den Gummi annähen - so ist es halt etwas einfacher, die Kanten bündig zu halten.

Nun den Gummi an allen Oberkanten annähen (auf den Oberstoff), und zwar mit Zickzack-Stich und so gut wie ungedehnt. Im Video von Melly Sews sagst sie zwar "sew flat" - also einfach ungedehnt, aber das funktioniert bei mir nicht ohne Wellen. Wenn ich aber mini-minimal dehne, passt es genau.
Gedehnt wird der Gummi nur an den Kurven außen an der Brust zur Achsel runter (das ist nicht die Kante mit dem langen Zipfel!), aber auch nur mittel - da soll der Bikini dann ja schön anliegen.
 
Die Ecken oben bleiben frei - da kommen dann die Träger rein.

Bei meinem zweiten Bikini-Oberteil habe ich den Gummi mit meinem Kordelfuß angenäht (Bändchenfuß hab ich keinen) - damit läuft der Gummi schön mittig im Füßchen!


Jetzt könnt ihr die Heftnähte entfernen.

Für die Träger die Streifen längs rechts auf rechts legen und die lange Kante nähen. Wenn ihr - wie ich - keine Wendenadel habt, könnt ihr euch ganz leicht behelfen: Aus der Overlock eine lange Raupe "rauslassen", so lange, wie der Träger, nicht abschneiden sondern gleich den ersten Streifen nähen. Dabei die lange Raupe in den Falz legen (nicht mitnähen!).
Am Ende einfach an der Raupe ziehen (ev. beim ersten Stück etwas nachhelfen, z.B. mit einem Holzstäbchen) und den Träger wenden.
Dieselbe "Raupe" könnt ihr für den zweiten Träger verwenden: an die Fäden an der Overlock anknoten, der Knoten soll dann aber noch vor dem Stoffstreifen liegen, sonst ist die Gefahr zu groß, dass ihr ihn mitnäht. Falls die Raupe dann doch zu kurz wird, einfach nach einem Stück dran ziehen, bis sie unten aus dem Streifen heraussteht.

Die zwei Träger werden jetzt zwischen den Lagen durch die Öffnungen oben am Bikini geschoben, es steht dann nur ein kurzes Stück heraus. Festnähen.
Jetzt kann der Bikini gewendet und schon einmal probiert werden.
Die Oberkante mit Zickzack-Stich absteppen.
Es fehlt nur noch die Unterkante (das habe ich leider nicht mitfotografiert, aber ihr kriegt das sicher auch so hin!):
Dazu den langen Streifen mit einer Kante rechts auf rechts gedehnt an die Unterkante nähen (er ist ja etwas kürzer).
Dann die noch offene Kante nach innen schlagen, dass sie die Nahtzugabe verdeckt, und von rechts mit Zickzackstich annähen - ich nähe da am Streifen.

Wer will, kann auch hier noch einen Gummi einziehen, bei mir ist der leider immer gerissen, kurz bevor ich am Ende war... Beim zweiten Bikini-Oberteil habe ich das Problem dann so gelöst, dass ich das Gummi-Ende zur Schlaufe genäht und dann auf die Sicherheitsnadel gefädelt habe - das ist stabiler, als wenn ich nur das umgebogene Ende auf die Sicherheitsnadel stecke.
Hier habe ich dann aber im Endeffekt keinen Gummi eingezogen, der Bikini sitzt eh sehr stramm ;-)

Zum Schluss noch hinten die Bikini-Verschlüsse annähen, fertig.

So, und jetzt noch zum Füttern: Ich bin ja erst hinterher draufgekommen, dass es mir ungefüttert zu sehr durchdrückt und so nicht gefällt, und habe daher den Einfassstreifen unten wieder etwas auftrennen müssen, um das Schaumstoff-Laminat einzufügen. Das habe ich mir nach dem Schnittmuster zugeschnitten:
Dann an die Brust angelegt und festgestellt, dass ich einen Abnäher brauche - den habe ich dann leicht im Bogen genäht:
 Und aufgeschnitten:
 Und mit Zickzack-Stich flach genäht:

Nachdem mein Bikini ja schon eigentlich fertig war, habe ich das Futter durch die aufgetrennte Öffnung am Einfassstreifen zwischen die Lagen geschoben und dann von Hand am Innenstoff fixiert.

Einfacher ist es sicherlich, das schon von vornherein zu planen - oder zumindest vor dem Streifen unten. Da habe ich allerdings noch keine Ideallösung ausprobiert.
  • Wahrscheinlich wäre es wohl am besten, das Futter entweder nach dem Wenden zwischen die Lagen zu schieben und beim Absteppen schon mitzufassen. Dann ist es auf jeden Fall dort, wo es hingehört.
  • Oder nach dem Absteppen und dann vorerst nur an der Unterkante mitnähen (ev. vorher heften) und oben von Hand am Innenstoff fixieren.
  • Oder überhaupt schon mit dem Gummi gemeinsam annähen und dann ev. nur die Nahtzugabe am Futter kürzen vor dem Wenden.
Ich habe keine entsprechende Anleitung dafür gefunden, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass nur ich dieses Problem habe???
Also, wenn ihr eine Idee dazu habt, ich würde mich freuen!

Schnitt: BH "Sierra" von Madalynne *klick*
verlinkt bei: creadienstag, HOT - Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge, Create in Austria

Donnerstag, 14. Juni 2018

Bikini mal eineinhalb

Nach den Tests von Dienstag habe ich mich jetzt an "richtigen" Bikini-Stoff gewagt - ebenfalls aus der Restekiste ggg
Ich habe dieselben Schnitte und Anleitungen verwendet wie bei den Jersey-Resten, mit den Änderungen, die ich mir da schon überlegt hatte:
Genäht habe ich mehr oder weniger nach der Anleitung von Melly Sews, sowohl die Hose als auch das eine Oberteil.
Eine wichtige Änderung habe ich allerdings vorgenommen: Innen und außen ist Lycra, der innen ist etwas dünner. Alles in allem zu dünn das Ganze, das drückt mir zu sehr durch und stört (mich zumindest).
Also musste was Dickeres her zum Füttern. Da hatte ich ein Stück Schaumstoff-Laminat hier *klick* (und das ist bitte keine Werbung, nur ein Hinweis!), das habe ich entsprechend zugeschnitten und zwischen Innen- und Außenteil geschoben. Zuerst bei dem Wickel-Oberteil, das hatte ich schon ganz fertig genäht und musste dazu unten die Einfassung ein kleines Stück auftrennen. Daher habe ich das Futter auch nur einfach per Hand an den Innenstoff genäht zum Fixieren.
Beim zweiten, wo es ja auch die Video-Anleitung von Melly Sews gibt, war ich dann schon schlauer und habe (fast) gleich gefüttert, so konnte ich das Futter großteils mit der Maschine am Innenstoff fixieren.
Hose ist sich leider nur noch eine ausgegangen, schlauer wär es sicher umgekehrt, aber ich wollte unbedingt beide Schnitte ausprobieren.
Mit der Passform (Fotos erspar ich euch - und mir) bin ich im Großen und Ganzen zufrieden, da und dort könnte noch eine Spur mehr Stoff sein, aber meine Mädels haben zugestimmt, dass sie so mit mir zum See gehen *SchweißvonderStirnwisch*

Da ich doch das eine oder andere anders als in den Anleitungsvideos genäht habe, habe ich ein bisschen mitfotografiert, für ein kleines Tutorial (ich habe auch das OK von Melly Sews dafür, keine Sorge!).
Und falls eine von euch eine bessere Idee hat, wie man das Oberteil füttern kann - immer her damit!

Schnitte und Anleitungen:



  • BH "Barrett" von Madalynne *klick* - Video-Anleitung für das Bikini-Top von Melly Sews *klick*
  • BH "Sierra" von Madalynne *klick* mit SewAlong ebendort
  • Slip von Melly Sews *klick*

  • verlinkt bei: Sew La La, WoF - Woman on Fire, Du für Dich am Donnerstag, Create in Austria

    Dienstag, 12. Juni 2018

    Bikini-Tests

    Der Sommer kommt! Oder eigentlich ist er schon da. Also muss ich mich beeilen, wenn ich mir einen (oder zwei...) Bikini nähen möchte.
    Getestet habe ich zuerst einmal, indem ich meine Jersey-Restekiste geplündert habe - bei mir ist also nicht der Fasching ausgebrochen ;-)
    Für das Oberteil mit dem Ausschnitt vorne gibts bei Melly Sews eine Video-Anleitung. Der Gratis-Schnitt dazu ist von Madalynne (der "Barrett"-BH), Melly hat ihn etwas abgewandelt als Bikini-Top.

    Ich habe erst einmal nur eine ungefütterte BH-Variante genäht, um den Sitz zu testen.
    Die Öffnung vorne steht bei mir stark auseinander, die mache ich entweder kleiner (oder ganz weg) oder ich muss den Gummi etwas gedehnt annähen.
    Und so soll der Schnitt dann beim Bikini-Top ausschauen - hauptsächlich gleich von oben weg breiter:

    Einen zweiten Gratis-Schnitt von Madalynne habe ich dann auch gleich ausprobiert, den "Sierra-BH", der wird gewickelt:
    Auch hier brauche ich von oben weg mehr Weite:

    Dazu habe ich auch den Slip von Melly Sews getestet, eingefasst mit Falzgummi - da muss ich noch etwas üben, dass der dann am Schluss nicht wellt...
    Für den Slip gibts auch eine Video-Anleitung bei Melly Sews *klick* (den Schnitt gibts gratis, dazu braucht man allerdings ein Passwort, das wöchentlich geändert wird und jeweils im Freitag-Newsletter von Melly veröffentlich wird). Im Video sind drei verschiedene Einfassungen erklärt: Falzgummi, normaler Gummi, Wäschegummi.
    Auch hier brauche ich etwas mehr Weite, in dem Fall hinten:
    Die Anleitung für die  Bikini-Hose gibts hier.

    Schnitte:

    • BH "Barrett" von Madalynne *klick* - Video-Anleitung für das Bikini-Top von Melly Sews *klick*
    • BH "Sierra" von Madalynne *klick* mit SewAlong ebendort
    • Slip von Melly Sews *klick*
    verlinkt bei: creadienstag, HOT - Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge, Create in Austria

    Donnerstag, 7. Juni 2018

    Noch ein Raff-Shirt

    Nach meinem ersten Raff-Shirt, das ich echt gern trage, wollte ich jetzt noch eins machen.
    Aber mit ein paar Änderungen:
    Erstens sollte die Drehung, also das, wo der große und der innere kleine Teil zusammenstoßen, weiter unten sein - knapp unter der Taille.
    Und zweiten sollte es etwas weiter werden - weil ich mir beim ersten überlegt hatte, ob solche Raff-Shirts vielleicht etwas besser fallen, wenn sie weiter sind.

    Also habe ich diesmal das legere Shirt aus dem Ki-ba-doo-Buch "Soft & Cosy" als Basis genommen. Das ist im Bruch etwa 3 cm weiter - also schon ordentlich. Hier einmal die Planung:
    Wie ihr seht, habe ich den reingedrehten Teil doch wieder in die Seitennaht knapp unter dem Ärmel gelegt - das macht den Ausschnitt weiter, vor allem auch in Kombination mit der tieferen Teilung.
    Hier noch einmal mit den eingezeichneten Einschnitten - dort, wo an der Kante die Kreise sind, wird nicht durchgeschnitten:
    Anstatt alles noch einmal auf Papier zu kleben, habe ich es einfach auf den Stoff gelegt - auch deshalb, weil ich nur 80 cm hatte und sicherstellen wollte, dass auch alles drauf passt. Die gefächerten Teile habe ich mit Stecknadeln am Stoff fixiert:
    Wie ihr seht: es geht nur ein Ärmel drauf. Gott sei Dank hatte ich von diesem Shirt noch einen Rest. Der ist zwar ein kleines bisschen heller, aber besser zwei verschiedene Ärmel als nur einer, oder? ;-)
    Hier das ausgeschnittene Teil: Ich habe die Kanten, wo die Belege hinkommen, extra beschriftet, damit ich nicht durcheinander komme. Innen geht der Beleg am linken Teil nur bis dorthin, wo der innere Teil (laut Planungslinien) ansetzt.

    Den hinteren Ausschnitt habe ich übrigens auch leicht abgeändert: Statt dem Besatz habe ich einfach die Kante eingefasst. Da habe ich mich nämlich beim ersten Shirt immer geärgert, dass der Besatz rauswandert - den habe ich jetzt auch noch knapp angenäht und abgeschnitten ;-)

    So, und jetzt das Fazit:
    • 80 cm reichen bei guter Planung bzw. für ein ärmelloses Shirt - für ein Kurzarmshirt lieber 1 Meter nehmen.
    • 3 cm weiter im Bruch sind doch etwas zu viel mehr. 1-2 cm gegenüber meiner Schablone reichen.
    • Den hinteren Halsausschnitt einfach nur einfassen.
    • Es geht auch wunderbar, den Schnitt direkt auf dem Stoff zu drapieren.
    So, und jetzt möchte ich mich noch bei Katja / naehfrosch bedanken, dass sie unseren Werken ein neues Donnerstags-Zuhause gibt!
    Schaut vorbei bei
    https://naehfrosch.de/du-fuer-dich-am-donnerstag-2/


    Schnitt: Selbstgebastelt nach dieser Anleitung bzw. oben - Schnitt basierend auf dem legeren Shirt aus dem Ki-ba-doo-Buch "Soft & Cosy" (Gr. 40)
    verlinkt bei: Du für Dich am Donnerstag, Create in Austria

    Mittwoch, 30. Mai 2018

    Schild-Bandana-Beanie

    Oder Bandana-Schild-Beanie? Oder Beanie-Schild-Bandana? Oder...
    Naja, jedenfalls Babymütze mit Schild und Nackenschutz. Und mit Jersey-Band mit Ohrenschutz. Fast schon die eierlegende Wollmilchsau ggg
    Genäht nach den Vorgaben einer lieben Freundin, für ihre 2-Jährige.
    Das ist noch der Prototyp, leider, fürchte ich, etwas zu klein. Und auch noch leicht verbesserungswürdig. Aber jetzt weiß ich ja (zumindest in etwa), wie es geht.

    Stoff ist schon gut abgelegen, keine Ahnung, woher der gekommen ist - ist eigentlich nicht mein Design ;-) Aber ideal für eine Probemütze. Ach ja, das ist Baumwoll-Webstoff. Relativ dünn. Daher habe ich den Bandana-Teil doppelt genäht.
    Die Haube innen ist aber einfach - soll ja für den Sommer sein.

    Wie gesagt, leider etwas zu klein geraten. Daher gibts demnächst noch ein Modell.

    Gäbe es denn Interesse an einer Anleitung? Also, wenn ich die letzten Unklarheiten geklärt habe?

    Schnitt: eigener
    verlinkt bei: creadienstag, HOT - Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge, Create in Austria

    Donnerstag, 24. Mai 2018

    RUMS: Shirt mit Raffung

    Ich bin ja immer wieder auf Pinterest unterwegs, zu allen möglichen Themen. Und da stolpere ich oft (wohl, weil ich auch entsprechendes gepinnt habe...) über Shirts mit Raffung. Die faszinieren mich total. Schaut euch einmal diesen Pin an - der hats mir echt angetan.
    Also habe ich mich hingesetzt und erst einmal in ganz klein mit Zeitungspapier überlegt, wie das denn jetzt funktioniert. Bis ich mich dann - Wochen später - an den "großen" Schnitt gewagt habe.

    Basis dafür war eine Shirt-Schablone, die ich schon letztes Jahr nach den Videos von kaidso-onlinekurse gezeichnet habe und nach der ich auch schon dieses Leiberl genäht habe. Das Praktische an der Schablone: sie ist schon doppelt. Also nicht nur der halbe Vorderteil im Bruch. Was aber im Prinzip auch egal wäre - neu aufzeichnen muss man für die Raffung sowieso.

    Letzten Freitag war ich dann wieder bei meiner Freundin zum gemeinsamen Nähen (das letzte Mal ist ja dieser Cardigan entstanden, und ich kann jetzt berichten: ich liebe ihn!). Ich hatte mir bei Miranda Modaljersey besorgt, in ausreichender Länge (1,20 m!), weil der Vorderteil durch den eingedrehten Teil beim Zuschneiden ordentlich Stoff "frisst". Ärmellänge war ca. 3/4 geplant - abhängig davon, wie es sich mit dem Stoff ausgeht.

    Nach dem Zusammennähen dann die Ernüchterung: Irgendwie hat es sich genau um den einen Busen herum gewurschtelt... (ich habe übrigens verkehrt herum zugeschnitten, weil ich die rechte Seite vom Modal zuerst nicht erkannt habe...) Nach eingehender Begutachtung und Überlegung, dass der Ausschnitt in der Vorlage ja einseitig ist, bei mir aber ziemlich symmetrisch, dann die Erleuchtung: In der Skizze sind Passzeichen eingezeichnet, die ich übersehen hatte: Der reingedrehte Teil geht nicht, wie von mir vermutet, in die Seitennaht sondern in den Armausschnitt (wenn ich nur ordentlich darüber nachgedacht hätte, hätte mir das eh klar sein müssen - wie sonst käme der asymmetrische Ausschnitt zustande).

    Nun war aber das Shirt schon zusammengenäht (was mit Schere und etwas Geduld zu reparieren ist) und entsprechend auch falsch zugeschnitten (was nur schwer zu reparieren ist). GsD brachte ein schneller Check die Erkenntnis: es müsste sich ausgehen, wenn ich den Schnitt korrigiere. Das habe ich dann aber doch lieber auf in Ruhe und zuhause verschoben.

    Wie ihr seht: es ist sich ausgegangen. Bei einem zweiten Shirt nach dem Schnitt würde ich zwar das eine oder andere korrigieren, aber es ist tragbar und gefällt!

    So, und falls ihr auch so ein Raff-Shirt "basteln" wollt, hier eine kleine Anleitung - im Mini-Format, die Fotos, die ich ursprünglich gemacht habe, gelten ja nicht mehr...

    Zuerst einmal den ganzen Vorderteil aufzeichnen - dafür einfach einen Shirt-Schnitt nehmen, der euch gut passt. Ob die Raffung besser rauskommt, wenn das Shirt etwas weiter ist, kann ich leider nicht sagen. Hier hab ich auch schon gleich die Teilungslinien eingezeichnet:

    Dann wird der Teil abgepaust, der dann nach innen (zum anderen Armloch hin) gedreht wird. Anders als bei meinem Shirt würde ich rechts etwa in Brusthöhe ansetzen (meines dreht etwas zu weit oben).
    Ich habe dazu einfach ein Stück transparentes Papier mit der geraden Kante unten angelegt und alle anderen Kanten nach oben hin abgepaust. Vom Halsausschnitt bis zum gegenüberliegenden Armloch eine Gerade ziehen. 
    Wenn ihr deren Ausschnitt etwas weiter haben wollt, könnt ihr hier die Linie etwas mehr neigen - durch das darunter liegende Schnittmuster sieht man schön, wie hoch der Ausschnitt dann sein wird.


    Dann die beiden Schnittteile einschneiden - dabei jeweils kurz vor der Kante stoppen, dass noch alles zusammen hängt. Der Teil mit dem X kommt weg.

    Am einfachsten ist es meiner Meinung nach, das Ganze mit Tixo/Tesa auf Packpapier zu kleben, aufgefächert. Zuerst den großen Teil mit der aufgefächerten Schulter, dann den abgepausten kleineren Teil anlegen und auch auffächern:
    Wenn ihr die Unterkante bündig an die Packpapierkante gelegt habt, müsst ihr noch etwas stückeln, weil die eine Seite durch das Auffächern etwas nach unten übersteht.

    Die neuen Schnittkanten auf das Packpapier zeichnen. Vor dem Ausschneiden kommen noch die Belege (ca. 3-4 cm) dazu und ein "Einsatz" zwischen den beiden aufgefächerten Teilen:

    Damit die kurzen Seiten der Belege später zu den entsprechenden Kanten passen, zeichne ich hier vorerst sehr großzügig mehr ein.
    Dann die aufgeklebten Teile entfernen und alles gut beschriften, dass ihr hinterher auch wisst, was wohin gehört.
    Fast fertig, nur noch die Belege müssen angepasst werden. Dazu einfach die Belege entlang der Kante umknicken und das überstehende Papier abschneiden (rote Pfeile):
    Dasselbe natürlich auch am Beleg der anderen Seite.

    Der fertige Schnitt für den Vorderteil:

    Der Rückenteil bleibt so, wie er ist, bekommt aber für den Halsausschnitt einen Beleg, den ich einfach mit Hilfe des Schnittmusters freihand zuschneide.

    So, jetzt gehts ans Nähen (leider ohne Fotos bei den ersten Schritten):
    Zuerst den Beleg des hinteren Halsausschnitts rechts auf rechts an den Halsausschnitt des Rückenteils nähen.
    Dann wird die aufgefächerte Schulter entweder in Falten gelegt oder einfach gezogen - schlussendlich soll sie jedenfalls so breit sein wie die Schulter des Rückenteils.

    Jetzt werden Vorder- und Rückenteil an den Schultern zusammengenäht. Zuerst den Beleg des hinteren Halsausschnitts aufklappen und den Rückenteil mit der rechten Seite nach oben hinlegen:
    Dann den Beleg des Vorderteils jeweils auf die linke Seite legen, den Vorderteil rechts auf rechts auf den Rückenteil legen, die Belegkante liegt genau bündig an der Belegkante des Rückenteils:
     Den Beleg des hinteren Halsausschnits darüberklappen und die Schulter nähen:
    Auf der anderen Seite wiederholen.

    Die aufgefächerte Kante des unteren Teils kräuseln.
    Entsprechend der Markierungen an den gegenüberliegenden Armausschnitt heften, der Beleg liegt links auf links (anders als im Foto...)
    (Im Foto ist der Ärmel schon eingenäht - siehe mein kleiner "Umweg" - daher habe ich den Einsatz nur an die bestehende Naht genäht - so gehts natürlich aus.)

    Ärmel einnähen und zum Schluss die Seitennähte schließen.

    Wie ich soeben gesehen habe, findet RUMS heute zum letzten Mal statt. Das finde ich echt schade - die Unsicherheit und Panik, die die DSGVO verbreitet, schlägt leider viele Blogger in die Flucht. Ob das im Sinne des Erfinders ist???
    Ich hoffe, dass sich die Wogen glätten und die Bloggerwelt wieder bunt und vielfältig wird. Mit RUMS, denn das war in den letzten Jahren ein richtiges wöchentliches Highlight!
    Danke, Sarah!

    Stoff: Modaljersey von Miranda in Klagenfurt
    Schnitt: eigener nach einer Idee gefunden auf Pinterest, Shirt-Schablone nach kaidso-onlinekurse
    verlinkt bei: Create in Austria, RUMS